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Praxiswissen

3D-gedruckte Einlagen: Härtezonen statt Schichten

Von Team Marketing · 30. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit

3D-gedruckte Einlage mit Gitterstruktur und Härtezonen
Weich unter der Ferse, fest im Mittelfuß – in einem Teil, ohne Kleben und Schleifen. Wie das funktioniert und für welche Versorgungen es sich lohnt.
Wer heute eine Einlage mit unterschiedlichen Härten baut, arbeitet meist in Schichten: Rohling fräsen oder tiefziehen, Polster zuschneiden, kleben, schleifen. Jede weiche Zone ist ein eigener Arbeitsschritt – und eine Klebefuge mehr. Je anspruchsvoller die Versorgung, desto mehr Handarbeit steckt im Paar, und desto schwerer lässt sich das zweite Paar genauso bauen wie das erste.
Der 3D-Druck dreht diese Logik um. Die Härte entsteht nicht durch aufeinandergeklebte Materialien, sondern durch die Struktur im Inneren der Einlage.

Was ist CUBIX?

CUBIX ist die Marke von go-tec für den 3D-Druck orthopädischer Einlagen und Bettungen. Drucker, Software, Material, Schulung und Service kommen von der go-tec GmbH in Münster.
Der Name kommt von „Cube“, Würfel: Das Innere jeder CUBIX-Einlage besteht aus vielen kleinen Würfeln. Für jeden Bereich legen Sie fest, wie hart er sein soll. So entstehen weiche und feste Zonen in einem einzigen Teil – individuell für jeden Fuß.

Wie entsteht eine Härtezone?

Härteverteilung einer CUBIX-Einlage: weiche und feste Zonen
Statt eines massiven Blocks druckt CUBIX ein Gitter. Wie fest eine Zone wird, bestimmt die Struktur dieses Gitters. Das hat drei Folgen für Ihre Werkstatt:
  • Zonen statt Schichten. Ein Fersenpolster, eine feste Pelotte oder eine Weichbettung unter einer Druckstelle sind Teil derselben Einlage – nicht aufgeklebt.
  • Weniger Kleben und Schleifen. Die Form kommt fertig aus dem Drucker; die Nachbearbeitung wird kürzer.
  • Reproduzierbar. Die Konstruktion ist gespeichert. Das Folgepaar wird gedruckt, nicht neu gebaut – mit denselben Härten an denselben Stellen.

Für welche Versorgungen eignen sich 3D-gedruckte Einlagen?

3D-gedruckte Einlagen eignen sich für Komfort- und biomechanische Einlagen ebenso wie für Sensomotorik, Diabetesversorgung und Bettungen. Entscheidend ist, wie fein Sie die Härte steuern müssen:
  • Biomechanik und Komfort: Stützende Bereiche fest, Auflageflächen angenehm weich.
  • Sensomotorik: Gezielt gesetzte Elemente mit eigener Härte, ohne zusätzliche Aufbauten.
  • Diabetes und Bettungen: Entlastung genau dort, wo der Fuß sie braucht, mit weichen Zonen direkt unter gefährdeten Stellen.
Weil Einlagen und Bettungen passend zum Schuh gedruckt werden – auch mit Sprengung –, sitzt das Ergebnis dort, wo es hingehört: im Schuh Ihres Kunden.

CUBIX Lite oder CUBIX Pro?

CUBIX Pro 3D-Drucker für orthopädische Einlagen
Beide Drucker arbeiten mit demselben Verfahren. Der Unterschied liegt darin, wie frei Sie die Härte wählen.
CUBIX Lite
  • Härte: vordefinierte Bereiche (ca. 30–35, 40–45 und 60 Shore)
  • Stärke: Allrounder für die Komfortversorgung
  • Leistung (Richtwert): ca. 8 Paar in 24 Stunden (ca. 3 Stunden je Paar)
CUBIX Pro
  • Härte: stufenlos je Zone von 20 bis 79 Shore
  • Stärke: Diabetes, Bettungen, Premiumversorgung
  • Leistung (Richtwert): ca. 4 Paar in 24 Stunden (ca. 6 Stunden je Paar)
Die Zeiten hängen von Größe und Geometrie der Einlage ab. Mit dem Produktionsmodul läuft der Druck rund um die Uhr mit automatisierter Entnahme, und mehrere Drucker lassen sich aus einer Oberfläche steuern.

Vom Scan zum gedruckten Paar

  1. Messen: Fußscan und Befund wie gewohnt.
  2. Konstruieren: Sie entscheiden, wer konstruiert – Ihr Konstrukteur im ExpertenCAD des GP Manager oder NEXOS One Print automatisch nach den Regeln, die Ihr Betrieb festlegt.
  3. Drucken: Die Konstruktion geht an CUBIX Lite oder CUBIX Pro. Der Drucker arbeitet, während Ihr Team berät, misst und anpasst.
  4. Fertigstellen: Bezug, Kontrolle, Anprobe.
Den Drucker kaufen Sie einmalig, die Nutzung wird je gedrucktem Paar abgerechnet. Ab dem zweiten Drucker gilt ein günstigerer Tarif.

Kaum Abfall – und 100 % recyclefähig

Beim Fräsen wird ein großer Teil des Rohlings zu Spänen. Der Drucker baut nur das Material auf, das die Einlage braucht. Und wenn ein Paar ausgedient hat: CUBIX-Einlagen sind zu 100 % recyclefähig. Getragene Einlagen gehen an go-tec zurück und werden zu neuem Filament – aus dem alten Paar entsteht Material für das nächste. Ein Argument, das auch Ihre Kunden verstehen.

Fräsen oder 3D-Druck?

Das ist keine Glaubensfrage, sondern eine Rechnung. Sie hängt von Stückzahl, vorhandener Technik und den Versorgungsarten in Ihrem Betrieb ab. Fräse und Drucker schließen sich nicht aus: die Fräse für das, was sie gut kann, der Drucker für Versorgungen mit Härtezonen. Den Vergleich finden Sie unter Fertigen, mit Ihren eigenen Zahlen rechnen Sie unter Wirtschaftlichkeit. Welche Fräse zu Ihrer Stückzahl passt, lesen Sie hier: Welche Einlagenfräse passt zu Ihrer Stückzahl? →

Der Einstieg: CUBIX Academy

Damit der erste Druck kein Experiment ist, beginnt jeder Einstieg mit der CUBIX Academy. Zwei Mitarbeiter lernen dort die drei Handgriffe, auf die es ankommt: Konstruktion, Druckvorbereitung und Nachbearbeitung. Danach druckt Ihr Team selbstständig – und go-tec bleibt Ansprechpartner für Material, Software und Service.

Halten Sie ein CUBIX-Paar in der Hand

Härtezonen muss man fühlen. Fordern Sie ein Musterpaar an und drücken Sie selbst, wo die Einlage nachgibt und wo sie trägt.
CUBIX ist eine Marke der go-tec GmbH, Münster. go-tec entwickelt seit 2001 Software und Technik für das Orthopädiehandwerk und betreut mehr als 2.500 Betriebe in 27 Ländern.
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